Hochwasserschutz, Windkraft und ÖPNV

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zum Gemeindebesuch in Malsch
 

Zum Glück war es kein Starkregenereignis sondern normaler Regen, der Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (2.v.l.), Bürgermeister Elmar Himmel (3.v.l.) sowie die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in Malsch beim Besuch der Hochwasserschutzmaßnahme in der Adlerstraße begleitete.

Seine Gemeindebesuche, die regelmäßig zwei bis drei Mal im Jahr stattfinden, nutzt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, um sich mit den vor Ort politisch Verantwortlichen über aktuelle Kreis- und Gemeindethemen auszutauschen. Sein jüngster Gemeindebesuch führte ihn am Mittwoch, 25. September nach Malsch. Bürgermeister Elmar Himmel nutzte die Gelegenheit, dem Landrat die umfassende Hochwasserschutzkonzeption vorzustellen. „Es ist das umfangreichste Projekt in unserer Gemeinde, das wir ab 2015 aktiv angegangen sind und noch die nächsten Jahre weiterführen werden. Durch die Hochwasserschutzmaßnahmen minimieren wir die Risiken und das gibt uns den Spielraum, die Gemeinde weiter zu entwickeln – Stichwort Bauverbot in Überschwemmungsgebieten“, erläuterte er.Dipl. Ing. Joachim Wald, vom Ingenieurbüro Wald + Corbe, stellte die Maßnahmen vor. „Die Aufweitung des Dorfbachs ist in vollem Gange. Damit erweitern wir die Leistungsfähigkeit auf 11,5 Kubikmeter Wasserdurchfluss pro Sekunde. Das ist dringend notwendig, denn schon bei einem 2-5 jährlichem Hochwasser läuft das Wasser bei der aktuellen Leistungsfähigkeit von 4 Kubikmeter pro Sekunde über. Diese Gefahr ist in der Adlerstraße am größten. Zudem wird die Verdolung bei Waldprechtsweier ausgebaut, der Tannelgraben abgeleitet und das Wasser so um den Ort herumgeführt. Außerdem werden zwei Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Dies alles erfordert eine aufwändige Planung mit Vermessungsarbeiten, Bodenproben, hydrologische Untersuchungen und vieles mehr“, so der Fachmann.Vom Fortschritt der Bauarbeiten in der Adlerstraße überzeugte sich Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zusammen mit dem Gemeinderat bei einer Rundfahrt durch die Gemeinde. Seit über einem Jahr müssen die Anwohner Straßensperrungen und Lärm hinnehmen, dennoch sei allen die Notwendigkeit klar, denn Malsch hat in den vergangenen Jahrzehnten leidige Erfahrungen mit Hochwasserereignissen machen müssen, so die einhellige Meinung. Die Rundfahrt führte dann zu den geplanten Standorten der zwei Hochwasserrückhaltebecken vor Malsch und im Waldprechtstal. „Beim ersten Hochwasserrückhaltebecken am Abzweig zum Schwimmbad steigen wir nun in die Planungen ein. Hier soll ein Damm entstehen, den wir so abschrägen, dass er in die Landschaft eingebettet und so kaum wahrnehmbar sein wird“, stellte Dipl. Ing. Joachim Wald die Maßnahme dar. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zeigte sich beeindruckt. „Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre zwingen die Städte und Gemeinden zum Handeln. Es ist beispielgebend, wie Malsch sich dieser komplexen Aufgabe annimmt“, lobte der Landrat das Engagement der Gemeinde.Im Anschluss an die Rundfahrt stellte er sich den Fragen des Gemeinderats über aktuelle  Kreis- und Gemeindethemen. Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte nahmen erfreut zur Kenntnis, dass es im Bereich des ÖPNV einige Verbesserungen geben wird. Dies betrifft u.a. Völkersbach, das dann samstags und sonntags tagsüber zwei Verbindungen in der Stunde bekommt. Auf den Linien 104 und 110 wird samstags nachmittags (ab 16.00 bis ca. 21.00) und sonntags (zwischen ca. 10.00 und 20.00 Uhr) die Taktung vom 2-Stunden-Takt auf einen 1-Stundentakt verdichtet. Eine Neuerung wird auch die Abstimmung der Buslinie 110 abends, samstags und Sonntag auf die S71 bzw. S81 am Bahnhof Malsch sein.Breiten Raum nahmen die Diskussionen zu den Themen Windkraft und Geschwindigkeitsbeschränkung und -kontrollen ein. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel plädierte dafür, einen Flächennutzungsplan mit Vorranggebieten für Windkraft-Anlagen zu erstellen, denn nur so hätten die Städte und Gemeinden Gestaltungsmöglichkeiten. Er sicherte der Gemeinde zu, die Tempo 30-Beschränkung in der Muggensturmer Straße, die bis März 2021 gilt und dauerhaft gefordert wird, vor Ablauf der Frist erneut zu prüfen. „Das Land ist in den letzten Jahren offener geworden, was die Möglichkeiten betrifft, Tempo-30 aus Lärmschutzgründen anzuordnen. Wir unterstützen unsere Kommunen dabei nach besten Kräften. Was die Geschwindigkeitskontrollen betrifft, verfügen wir mittlerweile über drei mobile Messzüge sowie einen Messanhänger, mit dem über mehrere Tage durchgängig kontrolliert werden kann. Wir stehen mit der Gemeinde Malsch in Kontakt, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen“, informierte der Landrat den Gemeinderat. Er berichtete außerdem von der Entscheidung des Kreistags, eine freiwillige Biotonne einzuführen. Neben der Tonne sind die Eigenkompostierung sowie die Anlieferung an die Grüngutsammelplätze weiterhin möglich.Bürgermeister Elmar Himmel bedankte sich bei Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für den offenen Austausch und die umfassenden Informationen. Beide waren sich einig, die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Landratsamt fortzusetzen.

 

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