Partnerschaftstreffen in Syców, 30-jährige Städtefreundschaft Syców-Malsch, 30 Jahre Kolpingfamilie Syców

Ein Bericht von Lothar Müller mit Bildern von Klaus Jung

Syców, Tagungshotel, Delegation aus Malsch mit den polnischen Gastgebern
Foto: Syców, Tagungshotel, Delegation aus Malsch mit den polnischen Gastgebern

Am Freitagmorgen, noch bei völliger Dunkelheit trafen sich die 21 Teilnehmer unter Führung von Bürgermeister Markus Bechler, Wolf-Rüdiger Zimmermann, Sylvia Kühn und der Kolpingfamilie Malsch mit Hildegard Jung und Ela Haustein am Bürgerhaus. Für eine Reihe der Teilnehmer war es die erste Fahrt nach Syców. Gemeinderat Manfred Schwarz hatte die Organisation für den Bus und die Fahrt übernommen und eine Mittagspause im Fichtelgebirgshof mit einer Ankunftszeit gegen 20.00 Uhr vorgesehen. Ankunft war jedoch staubedingt erst gegen 21.30 Uhr im Tagungshotel in Syców.
Die vielen Stunden während der Fahrt vergingen mit Erfahrungsaustausch, Arbeitsberatung und Insichhineinhören jedoch schnell. Das Empfangskomitee hatte dankenswerter Weise ebenso wie die Küche gewartet. Trotz der späten Stunde begrüßten uns der Bürgermeister von Syców Dariusz  Maniak, seine Stellvertreterin, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Syców Edyta Ptak und der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Syców Jozef Promny sehr herzlich. Die Partnergemeinde Syców ist eine Stadt in der Wojewodschaft Niederschlesien mit 10 000 Einwohnern und zugehörigen Gemeinden mit etwa 7 000 Einwohnern, zwei katholischen und evangelischen Gemeinde sowie einer Kolpingsfamilie.

Am Samstag zeitiges Wecken, da Abfahrt nach Breslau um 8.30 Uhr vorgesehen war. Die Stadtführung begann um 10 Uhr bei der am Oderufer liegenden ehemaligen etwa 1000 n. Chr. erbauten Festung, heute eine mehrmals überbaute Kirche. Unser Guide, Frau Gosia Ulrich Kornacka führte uns zwei Stunden lang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, lange Straßen, große Plätze und viele Kirchen. Michael Kaschytza und Ewelina Promny begleiteten uns und wurden nicht müde, auch alle unsere persönlichen Fragen zu beantworten.
Breslau, dieser ehemalige Knotenpunkt des polnischen Großreiches wurde im Krieg vollständig zerstört, ist heute wieder restauriert und mit den vielen Plätzen und noch mehr Gebäuden historisch äußerst interessant. Wegen der vielen Kirchen rund um den Sitz des katholischen Erzbischofs wurde Breslau im Mittelalter auch die polnische Papststadt genannt.  Heute ist Breslau mit 650 000 Einwohnern ca. 250 000 Flüchtlingen davon 57 000 Kinder und etwa 150 000 Studenten, vielen Industrieunternehmen, wissenschaftlichen und technischen Einrichtungen sowie Universitäten die Hauptstadt Niederschlesiens und drittgrößte Stadt Polens.

14.30 Uhr offizieller Empfang, Mittagessen mit 120 geladenen Gästen. Der Bürgermeister von Syców  Dariusz Maniak und der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Jozef Promny erinnerten an 30 Jahre des Bestehens der Partnerschaftsbeziehung zwischen Syców und Malsch sowie den verschiedenen Begegnungen  in Malsch und Syców in dieser Zeit, die wechselnde Besetzung von Bürgermeisteramt, Komitee-Vorsitz sowie der Führung der Kolpingsfamilie. Bürgermeister Markus Bechler verwies auch auf die Bedeutung der Weiterführung dieser Städtepartnerschaft insbesondere auch unter den gegenwärtigen Krise.

Nach dieser Eröffnung begann um 16.00 Uhr die offizielle Tagung mit verschiedenen Festrednern zur Geschichte der Partnerschaften und der Kolpingsfamilien allgemein und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft aus verschiedenen Gesichtspunkten.

Dabei wurden die Leistungen und Ergebnisse der Städtepartnerschaft Syców - Malsch und den Kolpingsfamilien in Syców und Malsch in den letzten 30 Jahren besonders hervorgehoben. Zu den Referenten gehörten u.a. Kazimierz Kleina, Senator der Republik Polen, Pfarrer Professor Henryk Skorowski, Warschau und Prof. Dr.Krzysztof Wielecki, Warschau und Wolf-Rüdiger Zimmermann aus Malsch sowie Edyta Ptak aus Syców.

Kolpingfamilie Malsch bei der Geschenkübergabe v.li. Erika Dudenhausen, Hildegard Jung, Ela Haustein und Jozef Promny
Foto: Kolpingfamilie Malsch bei der Geschenkübergabe v.li. Erika Dudenhausen, Hildegard Jung, Ela Haustein und Jozef Promny

Die Reden und Vorträge wurden simultan übersetzt, sodass alle die Inhalte verstehen konnten. An dieser Stelle einen besonderen Dank an die von morgens bis abends als “Dolmetscher” fungierenden Mitglieder der jeweiligen Delegationen.  Für besondere Leistungen und andauernde Aktivitäten der letzten 30 Jahre gab es Auszeichnungen und Geschenke.

Den musikalischen Rahmen setzte die Band ”Graphite” aus Syców um 18.30 Uhr mit verschiedenen Beiträgen der Sängerin Renata Potomska. Die Zuhörer waren von der Ausdrucksstärke der Band beeindruckt, ja begeistert. Beim Bankett am Abend wurden die vielen Eindrücke des Tages ausgetauscht, Ideen für die Weiterführung gesammelt und persönliche Kontakte vertieft oder neu geknüpft.

Auch am Sonntagmorgen zeigte die strahlende Sonne wieder eine äußerst farbenfrohe Herbstlandschaft und machte Lust auf weitere Erkundungen. Nach einem ausgiebigen Frühstück brachte der Bus alle Teilnehmer zum 11 Uhr Gottesdienst, dem 4. von fünf Gottesdiensten in der Kirche an diesem Tag. Der mit den Fahnen der Kolpingfamilien geschmückt Altarraum konnte die sechs Geistlichen und mehreren Ministranten kaum fassen. Mit teilweise modernen, wohlklingenden Stücken für Gesang und Orgel wurde dieser Gottesdienst auch für alle Teilnehmer aus Malsch zu einem bleibenden Erlebnis.

Gottesdienst; Heiliges Abendmahl
Foto: Gottesdienst; Heiliges Abendmahl

Beim anschließenden Stadtrundgang mit Turmbesteigung der katholischen Stadtpfarrkirche konnte der Besucher einen Eindruck von Landschaft sowie Lage und Größe von Syców gewinnen. Im Museum waren Fotos, Bilder, Urkunden und Erinnerungsstücke der letzten 100 Jahre zu besichtigen. Der Rundgang ging weiter bis zur Stelle der Baumsetzung, der Spende der Gemeinde Malsch, der Vierte im Laufe der 30 Jahre. Bürgermeister Dariusz Maniak hatte den jungen Baum, einen „Chinesischer Tulpenbaum“ (polnisch “Tulipanowiec chinski“) schon setzen lassen. Unter den Augen aller Teilnehmer folgte der “Goldene Schnitt” 6-fach gleichzeitig.

(v.li. Baum im Hintergrund); Jozef Promny, Edyta Ptak, Bürgermeister Dariusz Maniak, Bürgermeister Markus Bechler, Ela Haustein, Wolf Zimmermann
Foto: (v.li. Baum im Hintergrund); Jozef Promny, Edyta Ptak, Bürgermeister Dariusz Maniak, Bürgermeister Markus Bechler, Ela Haustein, Wolf Zimmermann

Anschließend führte der Rundgang durch den Park, den der ehemalige Schlossherr Prinz Biron im 18. Jahrhundert angelegt hatte zu dem Baum, den ersten der Gemeinde Malsch in Syców. Mit diesen Erinnerungen und neuen Eindrücken der Parklandschaft mit Skulpturen, Teichen und Auen endete der eindrucksvolle Rundgang.

Nach dem Mittagessen wurde wieder ein kleines Projekt realisiert, es erklang das zweisprachige von dem „Projektchor“ gesungene Lied der Kolpingfamilie im Saal. Per Bus ging es dann zum Arboretum, einem Landschaftspark angelegt zur Aufzucht exotischer oder gefährdeter Arten von Pflanzen und Bäumen. Die Zuchtanlage umfasst auch ein Labor zur Invitro-Vermehrung mit Mikro-Schnitten unter sterilen Bedingungen. Der Parkranger führte die Teilnehmer auf einem Lehrpfad durch diese Parklandschaft, der insbesondre für Schüler und junge Menschen gedacht ist. Dort fanden wir auch Baum 2 von den vier Bäumen der Städtepartnerschaft (Baum 3 wurde von der Gemeinde Sycow gespendet).

Beim Abendessen dann Verabschiedung mit Rückblick über die vielen Veranstaltungen dieser zwei Tage. Bürgermeister Bechler bedankte sich für die hervorragende Organisation und Gastfreundschaft, Bürgermeister Maniak für den Besuch, den Erfahrungsaustausch und die Baumspende. Mit dem Wunsch für weitere gute Zusammenarbeit insbesondere unter Einbeziehung der Jugend und der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft endete der offizielle Teil dieses Partnerschaftstreffens.

Montag früh letzte Verabschiedung von Pfarrer Rafal Kopis, Edyta Ptak, Jozef Promny und weiteren Vertretern der Gemeinde Syców, dann Start zur langen Heimreise. Diese wurde von Bürgermeister Bechler auch genutzt, um Ideen, Programmpunkte und erforderliche Aktivitäten mit den Mitarbeitern für den Gegenbesuch im nächsten Jahr zu sammeln.

 

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