Kommunale Wohnraumpolitik Thema bei den 31. Malscher Wirtschaftsgespräche

am 18.12.2017 im Jugend- und Familienzentrum mit Kindertagesstätte

Gleich zwei Vorträge gab es beim 31. Malscher Wirtschaftsgespräch in dem im Bau befindlichen Jugend- und Familienzentrum mit Kindertagesstätte. So hatte Bürgermeister Elmar Himmel als Referenten Steffen Jäger, erster Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg, gewonnen, der einen Vortrag zum Thema „Kommunale Wohnraumpolitik – Rahmenbedingungen für eine zukunftsweisende Gemeindeentwicklung“ hielt. Der 38-Jährige kennt die Gemeinde Malsch, da er in seiner Jugend hier gewohnt hat. Nachdem er seit 2009 Bürgermeister von Oppenweiler im Rems-Murr-Kreis war, trat er 2013 von diesem Amt zurück, um beim Gemeindetag tätig zu werden.In seinem Vortrag in Malsch führte Jäger aus, dass noch 2008 von einer schrumpfenden Bevölkerung in Baden-Württemberg und Leerständen von Wohnungen ausgegangen wurde. Mittlerweile sehe dies ganz anders aus und 2015 wurde bereits mit einer Zunahme der Einwohner gerechnet. 2017 war mit 10,925 Millionen Einwohnern die bisher höchste Einwohnerzahl im Land erreicht. Damit hatte sich die Bevölkerung in den fünf Jahren davor um 432.000 Personen erhöht. Auch in der Gemeinde Malsch, in der nach einer Prognose in den Jahren 2015 bis 2018 von jeweils rund 14.100 Bürgern ausgegangen worden war, gab es im Jahr 2016 bereits 14.500 Einwohner.Um den Wohnungsbedarf in Baden-Württemberg zu decken, müssten nach einer Studie bis 2020 jährlich 65.000 neue Wohnungen gebaut werden. Fertiggestellt wurden im Jahr 2015 im Land lediglich knapp 38.000 Wohnungen.Nach Jägers Internetrecherche gibt es derzeit in der Gemeinde Malsch vier zu vermietende Wohnungen, die mit einer Grundfläche zwischen 80 und 100 Quadratmetern relativ groß sind und für die pro Quadratmeter zwischen acht und zehn Euro verlangt würden.Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, gelte es zwischen Innen- und Außenentwicklung abzuwägen. Neben den „auf den Wohnungsmarkt drängenden Asylbewerbern“ gebe es derzeit auch mehr Geburten als Sterbefälle. Um die Wirtschaft am Laufen zu halten, brauche es zudem eine Zuwanderung. In Malsch gebe es rund 3.150 Berufs-Einpendler, knapp 5.000 Auspendler und insgesamt knapp 6.150 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Wohnort.

Zudem ging Jäger darauf ein, wie lange es dauere, bis die Idee zu neuen Baugebieten tatsächlich umgesetzt werden könne. Angesprochen wurde von ihm dabei auch die bereits umgesetzte Möglichkeit nach §13b des Baugesetzbuches Außenbereichsflächen mit einer Größe von bis zu einem Hektar im beschleunigten Verfahren zu erschließen. Möglich sei dies jedoch nicht bei einer notwendigen Umweltprüfung.
Begrüßt wurden die über 100 Besucher des Wirtschaftsgespräches von Bürgermeister Elmar Himmel. Vor dem Vortrag von Jäger stellten die Geschäftsführer der Kappis Kopf Gruppe, die das Jugend- und Familienzentrum mit Kindertagesstätte bauen und bei dem Abend für die Bewirtung der Gäste sorgten, ihr Unternehmen vor.

Dem zweiten Vortrag hielt der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes im Landkreis Karlsruhe, Eckhard Helms, der auch der Freiwilligen Feuerwehr Malsch angehört. Dabei ging er auf die Feuerwehr als die älteste Bürgerinitiative und auf die verschiedenen Einsätze die diese auch für Unternehmen leisten ein. Neben einer Anrückzeit von lediglich zehn Minuten sprach Helms das Problem der Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrleute an. Als einen der vorgestellten Lösungsansätze dafür nannte er, dass Kameraden, die von der Arbeit geholt würden, beim Einsatz als Erste wieder zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren können.

 

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