30. Malscher Wirtschaftsgespräche

bei der Seifert Logistics Group in Malsch

v.l.n.r.: Elmar Himmel, Harry Seifert, Roman Zitzelsberger

mit freundlicher Genehmigung der MAZ-Redaktion lesen Sie folgenden Artikel:

E-Mobilität: Gefährdet der Wandel Arbeitsplätze in Automobilindustrie
 
Malsch (voko) – Wie gut sind die deutschen Autobauer auf E-Mobilität und Digita­lisierung vorbereitet? Wie schnell wird dieser Wandel vollzogen und welche Aus­wirkungen wird dies auf die Arbeitsplätze in der Region haben? Diese spannenden Fragen standen am Montag dieser Woche im Mittelpunkt der 30. Malscher Wirtschaftsgespräche.
Bürgermeister Elmar Himmel hatte als Referenten Roman Zitzelsberger eingeladen, der über Perspektiven und Strukturwandel einen ebenso kompetenten wie kurzweiligen Überblick bot. Der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg war wie die weiteren Besucher Gast der Seifert Logistics Group. Das Unternehmen beschäftigt 1.700 Menschen, davon 340 am Standort Malsch. Der Logistiker arbeitet zu 70 Prozent für den Automobilsektor, wie Harry Seifert, Inhaber des Familienunter­nehmens, berichtete.
Begrüßt wurden die Gäste von Elmar Himmel, der es als eine der zentralen Aufgaben einer erfolgreichen Kommunalpolitik sieht, sich mit den großen gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. „Gerade die Elektromobilität ist ein spannendes Thema“, unterstrich das Malscher Ortsoberhaupt. Schließlich zähle die Region mit den Mercedes-Werken in Gaggenau und Rastatt und der Zulieferindustrie zu den Sektoren, die der Strukturwandel direkt betreffen werde.
In seinem Referat beschrieb Roman Zitzelsberger die Vorteile des Standorts Mittelbaden. „Wir haben hier den höchsten Grad an Innovation, die ältesten Werkstätten und ein dichtes Netzwerk an Zulieferern.“ Aber wie wird die Situation in einigen Jahren aussehen, wenn der Verbrenner-Motor möglicherweise durch E-Fahrzeuge ersetzt wird? Wenn der Motor statt 1.400 Teile nur noch 200 Teile benötigt, werden dann Arbeitsplätze abgebaut?
Während im Jahr 2015 rund 75 Millionen Pkw verkauft wurden, rechnen Automobilexperten für das Jahr 2025 mit 100 Millionen Fahrzeugen. Doch wann schlägt der Wandel mit aller Wucht zu? „Die Kanzlerin hat prognostiziert, dass die Automobilindustrie mit Verbrenner-Motor keine Zukunft hat. Damit müssen wir uns befassen. In Baden-Württemberg hängen 440.000 Arbeitsplätze am Automobilsektor“, sagte Roman Zitzelsberger. Und nicht nur E-Mobilität sei ein Faktor. „Autos werden selbstständig fahren, sie werden über Apps gesteuert, Besorgungen tätigen und selbstständig parken. Klingt nach Science-Fiction? Möglich ist das jetzt schon“, sagte er weiter.
Wichtig sei es in der Digitalisierung nicht nur die Risiken, sondern auch die Chancen zu sehen – und insbesondere in diesem Sektor aufzuholen. „Die Chinesen haben eindeutig die Nase vorn“, betonte der IG-Metall-Bezirksleiter. Tesla in den USA sei ebenfalls vorne mit dabei. Man müsse daher Kompetenz in der Schlüsseltechnologie, bei der Batterieproduktion und der Speicherkapazität entwickeln. „Es ist alles da. Wir haben die Unis, die Werkstätten, Grundlagenforschung, das IT-Know-how“, hob er her­vor. Ob aber im Jahr 2025 der E-Fahrzeug-Anteil 15 oder 20 Prozent betragen werde, wisse man nicht. Entscheidend sei, für die Transformation gerüstet zu sein und Technologie-Offenheit an den Tag zu legen. Roman Zitzelsberger abschließend: „Ziel muss es sein, Mobilität, Umwelt und Arbeitsplätze in Einklang zu bringen.“

 

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